In Deutschland und in vielen anderen europäischen Ländern ist das Lastschriftverfahren eine weit verbreitete und anerkannte Zahlungsmethode. Dies gilt sowohl für einzelne Zahlungen, als auch für Abos. Im Gegensatz hierzu wird diese Methode in den USA zum Beispiel vernachlässigbar eingesetzt, stattdessen sind Kreditkarten und noch immer Schecks häufig genutzte Verfahren. Die Möglichkeit, auch Lastschrift anzubieten ist daher für viele europäische Onlineshops sehr wichtig, es gibt jedoch weniger Möglichkeiten.

Grundsätzlich gibt es drei unterschiedliche Wege, um Lastschrift in einen Onlineshop einzubinden.

Nutzung von Online-Bezahlsystemen

Hierbei handelt es sich um Dienstleister, die sich um den gesamten Zahlungsverkehr kümmern, beide Seiten müssen jedoch ein Konto bei diesem Service besitzen. Die bekanntesten Beispiele hierfür sind PayPal und SofortÜberweisung. Beide sind jedoch nicht problemlos mit Abonnements zu verknüpfen. Bis dato kenne ich noch keine Erweiterung für SofortÜberweisung, die mit Subscriptions funktioniert(!).

PayPal

PayPal hingegen kommt mit jeder WooCommerce Installation vorinstalliert. Hierbei muss jedoch der Account des Verkäufers für Abos vorbereitet werden. In Deutschland ist dies mit der Standard-PayPal-Funktion möglich. In anderen Ländern benötigt man hierfür eine Erweiterung. Wo und welche kann man hier herausfinden.
PayPal bietet 2 Möglichkeiten an, Abozahlungen zu verwirklichen. Die einfachere Version sind Adaptive Payments. Hierfür benötigt man nur eine normales Geschäftskonto. Es gibt jedoch auch Einschränkungen: Die Autorisierung für wiederkehrende Zahlungen ist auf ein Jahr begrenzt und es gibt innerhalb diesen Jahres ein Zahlungslimit von maximal 1400 $. Dies kann deutlich einschränken.
Die bessere Methode sind PayPal Reference Transactions. Hierbei gibt es keine zeitlichen Limits oder Beschränkungen des Gesamtbetrags. Der Kunde autorisiert die Zahlungen im PayPal Standard Checkout und von da an kann sein PayPal Account für wiederkehrende Zahlungen verwendet werden. Das Problem ist jedoch, dass man zuerst von PayPal hierfür freigeschalten werden muss und für die Prüfung unter anderem einen Mindestumsatz von monatlich 5.000€.

Da PayPal in Deutschland zumindest bei Kunden stark verbreitet ist, wird diese Option wohl am Häufigsten eingebunden. Die Einschränkungen sind jedoch zu beachten und die Gebühren sind vergleichsweise hoch.

SEPA Lastschrift Anbieter

Anstatt PayPal kann man auch Zahlungsanbieter nutzen, die sich in deinem Namen um die Lastschrifteinzüge kümmern. Kunden benötigen hier keinen eigenen Account, sondern geben lediglich ihre Kontodaten ein. Der Vorteil dieser Zahlungsanbieter zu nutzen, ist dass diese sich sowohl um das Mandat und die Zahlungen kümmern, als auch um Rückzahlungen. Sie erleichtern somit die Arbeit der Ladenbesitzer deutlich. Der Nachteil jedoch ist, dass man einerseits im Normalfall ein paar Tage warten muss, bis man die Zahlung tatsächlich auf seinem Konto sieht. Außerdem fällt meist eine prozentuale Gebühr für die Nutzung der Dienstleistung an.

GoCardless

Einen Anbieter, mit dem ich sehr gute Erfahrungen mache ist GoCardless. Das Unternehmen sitz in London und kann sowohl einfache Zahlungen als auch Abonnements in WooCommerce integrieren. Die Zahlungen gehen nach meist 2 Wochen auf dem eigenen Konto und ein die Gebühren sind mit nur 1% sehr vertretbar.

Zur Integration selbst empfehle ich die offizielle WooCommerce GoCardless Erweiterung. Die Einrichtung ist recht einfach und kann direkt nach der Aktivierung mit WooCommerce Subscriptions verbunden werden. 

Kunden werden nach dem Kauf auf die Zahlungsseite des Anbieters weitergeleitet. Je nach Konto des Shops (Standard, Plus oder Pro), sehen die Kunden den Anbieter oder kann diese Seite auch als Shop gebrandmarked werden. Die Kunden geben hier ihre Referenzen ein und werden zur WooCommerce Bestätigungsseite weitergeleitet. Der Shopbesitzer selbst erhält direkt eine Zahlungsbestätigung und kann in seinem Benutzerkonto sehen, wann der Betrag beim Kunden abgebucht werden wird und wann er persönlich ihn erhält.

Mandat selbst erstellen

Zuletzt kann man sich auch selbst um die SEPA Zahlungen kümmern. Dies lohnt sich vor allem, wenn man bereits ein Mandat mit der eigenen Bank besitzt, weil man zum Beispiel auch einen physischen Laden hat. Wenn dies der Fall ist, muss man lediglich mit den Kunden einen Mandatsvertrag abschließen und die Bankinformationen von ihnen einholen.

SEPA Payment Gateway

Ein zuverlässiges Plugin ist hierbei Sepa Payment Gateway for WooCommerce. Es sendet direkt alle nötigen Informationen an den Kunden. Man muss nur die eigenen Referenzen eintragen, die Formulierung durchsehen und ist bereit. Wenn nun Lastschrift an der Kasse ausgewählt wird, zeigt das Plugin neue Formularfelder an, in denen der Kunde dein Namen des Kontobesitzers, die IBAN und die BIC eintragen muss. Diese können auch automatisch nach Validität und Übereinstimmung des Namens gecheckt werden.

Nach der Bestellung wird das Mandat nochmal beiden Seiten zugeschickt und die Bankinformationen können in der Bestellung gefunden und per XML exportiert werden. Diese Informationen können dann genutzt werden, um die wiederkehrende Zahlung bei der eigenen Bank einzurichten. Wichtig ist, dass die Bestellungen nicht als “Bezahlt” markiert werden, das Plugin keinen Zugang zum eigenen Konto hat. Der Zahlungseingang muss vom Bankbesitzer selbst überprüft und dann manuell in WooCommerce übertragen werden.